Mit dem Schweigen beginnen – Räume für neue Begegnung schaffen

Mit dem Schweigen beginnen – Räume für neue Begegnung schaffen

Gesellschaftliche Veränderung zeigt sich nicht nur in Zahlen und Strukturen – sie wirkt auch in der Art, wie wir miteinander in Kontakt treten. In einer zunehmend lauten, von Meinungen und Reizüberflutung geprägten Welt stellt sich die Frage: Wie kann Begegnung neu gedacht werden?

Das Projekt „Schweigen ist…“ setzt genau hier an – als kulturelle Intervention. Es erforscht die Kraft des Nicht-Sprechens als Ausgangspunkt für Begegnung, Vertrauen und Verbundenheit. Ohne Anforderungen. Ohne Rollen. Ohne Themenvorgaben.

Impulse aus der Zivilgesellschaft

Ausgangspunkt war eine breit angelegte Umfrage in 9 Sprachen mit über 500 Teilnehmenden. Die Ergebnisse waren eindeutig: Menschen sehnen sich nach Orten, an denen sie einfach sein dürfen – ohne Erwartungsdruck, ohne Leistungsanspruch. Diese Erkenntnis bildete den Ausgangspunkt für ein interdisziplinäres Format, das sich der Frage widmet, wie ein Ort gestalten sein muss, der als Treffpunkt für Begegnungen bekannt ist, die mit dem Schweigen beginnen.

Vom Experiment zum Erfahrungsraum

In Workshops, öffentlichen Interventionen und dialogischen Formaten wurde dieser Impuls weitergetragen. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden – ob mit oder ohne Kenntnis der Umfrage – bestätigten das Bedürfnis nach stillen Formen der Begegnung. Mehr noch sie bestätigten, dass diese Form der Begegnung im Sinne der Bedürfnisse wirkt. Viele beschrieben das Schweigen als Herausforderung – und zugleich als befreiend. Es ermöglichte Gespräche, die tiefer gingen als gewohnt. Vertrauen, das nicht aus Worten, sondern aus gemeinsamem Innehalten entstand.

Der „Platz für Begegnungen“

Ab 01 Juni 2025 wird der Treffpunkt in Hannovers Kulturdreieck eröffnet – ein Ort, der drei Monate lang allen Menschen offensteht. Hier beginnt Begegnung mit dem Schweigen. Mit einfachen, niedrigschwelligen Angeboten, die unabhängig von Herkunft, Meinung oder Lebenssituation zur Teilnahme einladen.

Kultur als Resonanzraum

Das Projekt zeigt exemplarisch, welche Rolle Kultur in gesellschaftlichen Transformationsprozessen spielen kann. Es schafft Erfahrungsräume, in denen Zugehörigkeit, Sinn und Gemeinschaft nicht über Inhalte, sondern über Haltung vermittelt werden. Schweigen wird dabei nicht als Rückzug verstanden, sondern als aktiver Beitrag zu einem gelingenden Dialog.

Was das Projekt zeigen will:

  • Dass Begegnung nicht zwingend Sprache braucht – sondern Offenheit, Präsenz und Wahrnehmung.
  • Dass Begegnungen, die mit dem Schweigen beginnen neue Formen der Gemeinschaft eröffnen können.
  • Dass Stille einen Möglichkeitsraum schafft, in dem Vertrauen wachsen kann.

Zur Teilnahme

Alle Menschen sind eingeladen – ohne Verpflichtung, ohne Rolle. Die Teilnahme ist kostenfrei, der Zugang barrierearm.

Alle Info´s gibt es auf schweigenist.org

Das Projekt SCHWEIGEN IST... ist in Kooperation von dem Cameo Kollektiv e.V. und der Landeshauptstadt Hannover entstanden und findet in und um das Kulturdreieck statt.

Das Projekt wird finanziert vom FÖRDERFOND BEGEGNUNG UND ZUSAMMENHALT der Stiftung Mitarbeit und Stiftung Mercator

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