Kultur auf dem Land - das klingt für manche nach Dorffest und Brauchtumspflege. Doch wer genau hinsieht, erkennt: Ländliche Kulturarbeit ist ein Labor für neue Formate, Ort gelebter Teilhabe und oft deshalb besonders wirksam, wo die Mittel knapp sind, aber der Zusammenhalt groß ist. Warum ländliche Räume auch ein Vorbild für das Kulturschaffen in den Städten ist, zeigt diese Magazin-Ausgabe.
Immer mehr Menschen ziehen nicht nur für ein Wochenende, sondern dauerhaft aufs Land. Trotzdem werden die Bedeutung und Potenziale von Kultur in ländlichen Räumen unterschätzt, bleiben kulturpolitische Leitlinien und Förderlogiken vielfach auf städtische Strukturen ausgerichtet. Doch ländliche Kulturarbeit ist Experimentierraum, Möglichkeitsraum, Lebensraum. Hier entstehen neue Formate jenseits etablierter Institutionen, getragen von engagierten Menschen, oft mit wenig Mitteln, aber viel Nähe, Austausch und Erfindungsgeist. Ländliche Räume zeigen also, was Kultur leisten kann, wenn sie unter schwierigen Bedingungen, aber auf Basis starker Gemeinschaft Wurzeln schlägt. Sie bietet damit wichtige Impulse dafür, wie sich Nähe, Engagement und Freiräume in produktive Strategien für kulturelle Entwicklung übersetzen lassen.
Im Mittelpunkt dieser Ausgabe des Kultur Management Network Magazins steht deshalb die Frage, wie Kulturarbeit auf dem Land bereits heute und künftig gelingen kann. Der Schwerpunkt "Ländliche Räume" nimmt die Herausforderungen ebenso in den Blick wie das kreative Potenzial: von Strukturwandel und Verwaltungsrealität über Dritte Orte bis zu Innovationen durch Kooperation.
Inhaltsverzeichnis
SCHWERPUNKT - "Ländlicher Raum"
- Ländliche Räume sind keine kulturelle Provinz - Interview mit Bernward Tuchmann und Markus Morr
- Kulturförderung im ländlichen Raum oder: War da was? - von Anika Maßmann
- Strukturschwäche als Transformationserleichterung - von David Adler
- Kultur als Innovationstreiber im ländlichen Raum - Interview von Annette Jagla mit Tanja Lütje und Rabea Breiner
- Kulturverwaltung und -management in ländlichen Regionen - von Regina Göschl
- Lächeln oder belächelt werden? - von Hannah Bregler und Sven Jenkel
- Lernen aus der Vergangenheit - Gestalten für die Zukunft - von Liva Gramlow
- Identitätsstarke Dritte Orte? - von Sandra Pfeiffer, Tino Zihlmann und Gernot Wolfram