Open Call: “mein.block”: Residenz im Plattenbau

Aller.Land
Die Künstlerresidenz in der Gemeinde Borrentin ist Teil des bundesweiten Förderprogramms Aller.Land – zusammen gestalten. Strukturen stärken., das ländliche Regionen dabei unterstützt, kulturelle Projekte als Motor für Gemeinschaft, Teilhabe und demokratischen Zusammenhalt zu entwickeln.

Aller.Land richtet sich an Orte, in denen kulturelle Arbeit nicht nur Präsentation, sondern gelebter Austausch ist: auf Dorfplätzen, in Kirchen, leerstehenden Läden oder Gasthäusern. Das Programm stellt dafür Zeit, finanzielle Mittel, fachliches Wissen sowie ein bundesweites Netzwerk zur Verfügung. Ziel ist es, kulturelle Ideen nicht abstrakt zu planen, sondern sie gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu entwickeln und nachhaltig umzusetzen.

Ein zentrales Prinzip von Aller.Land ist der partizipative Ansatz: Kultur entsteht dort nicht „von oben“, sondern wird aus den lokalen Erfahrungen, Bedürfnissen und Besonderheiten heraus gedacht. Die geförderten Regionen entwickeln eigenständige Kulturprojekte, die ihre spezifischen Themen, Herausforderungen und Potenziale sichtbar machen, neue Bündnisse schaffen und langfristige Strukturen aufbauen.

Aller.Land ist Fördergeber der Künstlerresidenz.

Das Programm wird gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) sowie die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).

Programmpartner ist das Bundesministerium des Innern (BMI). Aller.Land ist Teil des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung (BULEplus).

 

dreistrom.land
Das dreistrom.land ist ein Teilprojekt im Bundesprogramm Aller.Land und deckt die Region zwischen Malchin, Demmin und Altentreptow ab. Es beinhaltet unterschiedliche partizipative Unterprojekte. mein.Block ist ein Teilprojekt des dreistrom.landes: eine KünstlerInnenresidenz in Plattenbauwohnungen im dreistrom.land.

Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mehrerer Akteur:innen:

  • Der T30 e.V. Demmin ist Umsetzungspartner der Residenz und begleitet den künstlerischen Prozess organisatorisch und fachlich. Der Verein bringt ein überregionales Netzwerk aus Kultur, Zivilgesellschaft und Projektpraxis ein und unterstützt die partizipative Ausrichtung der Residenz.
  • Die Gemeinde Borrentin koordiniert die Residenz vor Ort. Sie unterstützt insbesondere die soziale Anbindung der Künstler:innen, vermittelt Kontakte zu Bewohnerinnen und Bewohnern, lokalen Initiativen, Vereinen und bestehenden kulturellen Formaten.

Die Künstlerresidenz versteht sich als zeitlich begrenzter, aber nachhaltiger Impuls. Sie bietet Raum für gemeinsames Forschen, künstlerisches Arbeiten und Dialog – mit dem Ziel, kulturelle Prozesse anzustoßen, die über die Residenz hinaus Wirkung entfalten und den Zusammenhalt in der Gemeinde langfristig stärken.

Der Ort der Residenz
Gemeindeportrait Borrentin – Ort für eine partizipative Künstlerresidenz
Borrentin liegt etwa zwölf Kilometer südlich von Demmin und zwölf Kilometer nördlich von Stavenhagen. Die Bundesstraße 194 führt durch die Gemeinde. Westlich der Gemeinde befindet sich der Kummerower See. Bis in die 1950er Jahre besaß der Ortsteil Metschow einen
Kleinbahnanschluss. 1270 wurde Borrentin das erste Mal urkundlich erwähnt. 2003 schlossen sich die ehemaligen Gemeinden Borrentin, Gnevezow und Metschow zusammen. Zu ihren Ortsteilen gehören

  • Borrentin
  • Pentz
  • Metschow
  • Gnevezow
  • Lindenhof
  • Schwichtenberg
  • Wolkwitz
  • Moltzahn

Einwohner: 785 (2024)
Die Gemeinde Borrentin mit ihren Ortsteilen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist ein ländlich geprägter Raum, dessen Identität eng mit Landwirtschaft, Landschaft und gewachsenen sozialen Strukturen verbunden ist. Gleichzeitig befindet sich die Gemeinde in einem Prozess der bewussten Weiterentwicklung: Fragen nach Zusammenhalt, Sichtbarkeit und gemeinsamer Identität spielen eine zentrale Rolle im alltäglichen Miteinander.

Borrentin besteht aus acht Ortsteilen mit jeweils eigenen Besonderheiten, Geschichten und sozialen Netzwerken. Diese Vielfalt wird von den Bewohnerinnen und Bewohnern als großes Potenzial gesehen – verbunden mit dem Wunsch, neue Brücken zwischen den Ortsteilen zu schlagen. Genau hier bietet eine sechsmonatige Künstlerresidenz ein fruchtbares Arbeitsfeld: als vermittelnde, beobachtende und gestaltende Instanz, die bestehende Strukturen aufnimmt, sichtbar macht und gemeinsam mit den Menschen vor Ort weiterdenkt.

Ein zentrales Motiv für eine künstlerische Auseinandersetzung ist das Thema Verbindung. Der Marien-Pilgerweg, der durch Moltzahn, Gnevezow und Wolkwitz führt, die Bundesstraße als zugleich trennendes und verbindendes Element sowie der vielfach geäußerte Wunsch nach einem Fahrradweg bilden reale und symbolische Linien durch das Gemeindegebiet. Hinzu kommen immaterielle Verbindungen wie die Kirchengemeinden, historische Bezüge und persönliche Netzwerke. Diese Stränge bieten vielfältige Anknüpfungspunkte für partizipative, prozessorientierte Kunstprojekte im öffentlichen Raum.

Mit dem Ausstellungsraum in der Kirche Gnevezow und dem Gutshaus Pentz stehen der Gemeinde kulturelle Orte zur Verfügung, die sich als Arbeits-, Präsentations- und Begegnungsräume für die Künstlerresidenz eignen. Auch dass die Gemeinde mit vier Standorten an bestehenden Formaten wie dem „Tag des offenen Ateliers – Kunst offen“ teilnimmt, zeigt eine Offenheit gegenüber zeitgenössischer Kunst und kreativen Prozessen.

Das Gemeindeleben ist geprägt von einer Vielzahl gemeinschaftlicher Veranstaltungen, darunter Lichterfahrt, Spielplatzfest, Weihnachtsmärkte, Kunsthandwerkermarkt, Dorffeuer sowie niedrigschwellige, kreative Treffen wie der Strick- und Häkelnachmittag im Wohnblock. Diese bestehenden sozialen Anlässe bieten ideale Gelegenheiten für künstlerische Interventionen, Gespräche, kollektive Aktionen und das Kennenlernen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen.

Die Bewohnerinnen und Bewohner nennen offen gesellschaftliche Spannungsfelder – etwa zwischen Zugezogenen und Alteingesessenen, unterschiedliche politische Haltungen oder Ost-West-Erfahrungen. Diese Themen werden nicht als Hindernis, sondern als Ausgangspunkt für Dialog und gemeinsames Lernen verstanden. Eine Künstlerresidenz kann hier als neutraler, kreativer Raum wirken, der Austausch ermöglicht und neue Perspektiven eröffnet.

Digitale und analoge Kommunikationswege sind vorhanden: Ein WhatsApp-Gemeindekanal sowie Gruppen für die einzelnen Ortsteile unterstützen die interne Vernetzung und können auch für partizipative Prozesse, Einladungen und Dokumentationen genutzt werden. Eine Dorf-App ist außerdem in Planung.

Borrentin versteht Kunst nicht als abgeschlossene Präsentation, sondern als gemeinschaftlichen Prozess. Die Gemeinde bietet einer Künstlerresidenz ein offenes, neugieriges Umfeld, in dem künstlerisches Arbeiten eng mit dem Alltag der Menschen verbunden ist. Ziel ist es, gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern neue Narrative, sichtbare Spuren und nachhaltige Verbindungen zwischen den Ortsteilen zu entwickeln – und so die Besonderheiten jedes Ortes in einer gemeinsamen Identität zusammenzuführen.

Die Residenz “mein Block”...
… hat eine partizipative, interdisziplinäre Ausrichtung.
… bietet Künstler:innen die Möglichkeit, sich auf einen Ort einzulassen, tiefgehende Recherche zu betreiben und sich intensiv dem Üben von künstlerischen partizipativen Prozessen und Projekten zu widmen.
… stellt einen Rahmen, um partizipative und kunstvermittelnde Strategien ortsbezogen zu erproben und weiterzuentwickeln.

Rahmenbedingungen

  • 5-6 Monate Aufenthaltsstipendium ab Juni 2026
  • kostenlose Wohnung (inkl. Strom, Heizung) und bei Bedarf Raum und Platz für Arbeit
  • Unterkunft 3-Zimmerwohnung (3. OG) im Plattenbau. Die Wohnung wird von den Dorfbewohner:innen bezugsfertig hergestellt (die Wohnung ist nicht barrierefrei!).
  • monatlich 2.000 € (brutto) Lebenskostenzuschuss
  • organisatorische und inhaltliche Begleitung durch T30 e.V. und Gemeinde Borrentin
  • Anknüpfungspunkte in der Gemeinde - Menschen & Orte
  • Öffentlichkeitsarbeit (Entwicklung einer eigenen Kommunikationsstrategie passend zum Projekt)

Voraussetzungen

  • Sehr gute Kenntnisse in Deutsch in Wort und Schrift
  • Abgeschlossenes Studium und/oder Berufserfahrung in einem künstlerischen Studiengang (Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Angewandte Kunst und Design, Musik, Kunstwissenschaft und Pädagogik, Kulturvermittlung), Regionalentwicklung, (Landschafts)architektur
  • Bewerber:innen dürfen nicht an einer Hochschule oder Universität eingeschrieben sein und nicht gleichzeitig an einem anderen Programm teilnehmen
  • Präsenz vor Ort (Residenzpflicht)
  • Künstlerisches Interesse an der Konzeption und Durchführung von partizipativen Projekten für eine heterogene Zielgruppe imländlichen Raum
  • Bereitschaft, partizipativ mit den Einwohner:innen von Borrentin (acht Ortsteile) zu arbeiten
  • Bereitschaft Neues zu erproben und sich auf unerwartete, teilweise herausfordernde Situationen einzulassen
  • Offenheit für Begegnungen vor Ort und für künstlerische Arbeit im öffentlichen Raum mit lokalen Akteur:innen
  • Offenheit für und Flexibilität im Prozess
  • keine Altersbeschränkung
  • Bewerbungen sind als Einzelperson oder Tandem möglich (Lebenskostenzuschuss max. 2.000 Euro brutto pro Monat- nicht pro Person!)

Daten im Überblick

Bewerbungsfrist: 31.03.2026
partizipativer Auswahlprozess Künstler:in: 30.04.2026
Rückmeldung an Künstler:in: 01.05.2026
frühester Beginn Residenz: 01.06.2026
spätestes Ende Residenz: 31.12.2026

Bewerbungsunterlagen

Formblatt persönliche Daten (s. letzte Seite)

  • Vorname, Name
  • Geburtsdatum, -ort
  • Wohnort
  • Nationalität
  • E-Mail-Adresse
  • Telefonnummer
  • mögliche Zeiträume
  • Kunstsparte

Anhänge:

  • Lebenslauf als pdf (max. 1.500 Zeichen inkl. Leerzeichen)
  • ggf. Portfolio als pdf (2-3 relevante, ggf. partizipative künstlerische Projekte, max. 20 Seiten)
  • Motivationsschreiben + Konzeptidee mit Bezug zur Gemeinde Borrentin (max. 4.000 Zeichen inkl. Leerzeichen)
  • optional Videobotschaft an Gemeindebevölkerung (max. 2,5 Minuten / Handyqualität ausreichend)

Laufzeit: 5-6 Monate in 2026

Ort: 17111 Borrentin; Mecklenburg- Vorpommern; Deutschland

Wohnung: Dorfstrasse 32; 17111 Borrentin; 3.OG links (nicht barrierefrei)

Bewerbungsfrist: 31.03.2026

Hier geht's zum Open-Call als pdf

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